Galaxy Tab im Praxistest – Teil 1

posted November 11th, 2010 by ehrenstein

Vor gut drei Wochen brachte der Postbote das sehnlich erwartete Galaxy Tab von Samsung. Bestellt bei Amazon, sollte dieses erste Konkurrenzprodukt zum iPad einerseits als Entwicklungsmaschine herhalten, andererseits als Ersatz für das iPhone 3G, das ich trotz kürzlichen Austauschs nach Ausfall von Mikrofon und Home-Button – Apple repariert nicht, Apple schickt Austauschhandys – in den (wahrscheinlich verdienten) Ruhestand zu schicken gedenke.

Gehäuse und Verarbeitung

Da lag es nun, nachdem ich es von der schnöden, braunen (aber immerhin “frustfreien”) Amazon-Verpackung befreit hatte. Aufladen? Noch nicht, erst mal die SIM-Karte rein und anschalten – wird schon ein wenig Akkuladung vorhanden sein. Während das Galaxy Tab das erste Mal startete, nahm ich seine Hülle unter die Lupe: ein überaus solides, exzellent verarbeitet wirkendes Kunststoffgehäuse, das mit dem Aluminium des iPad vielleicht nicht ganz mithalten kann, aber sehr stil- und geschmackvoll daherkommt – die Rückseite sanft gerundet in weiß, alle anderen Gehäuseteile in schwarz, inklusive des Randes der reflektierenden Glasfläche rund um das sieben Zoll große Display. Versuche, das Gerät durch Torsionsbewegungen zum Knirschen und Knarzen zu bringen, scheiterten – auch das ein Indiz für die solide, passgenaue Verarbeitung.

Ein Vorteil dieses offenen Geräts ist einerseits die Möglichkeit, es mit allen SIM-Karten österreischer wie auch anderer Carrier testen zu können, andererseits das fehlen jeglicher Vorbereitung bzw. Anpassungen des Galaxy-Tab-Betriebssystems Android 2.2 durch den Mobilfunkbetreiber, so dass ich davon ausgehen konnte, das Gerät in dem Zustand vorgefunden zu haben, wie Google und Samsung es vorsahen.Anmeldung und Synchronisation

Nach dem Anschalten wird man zunächst aufgefordert, die Verbindung zu einem Google-Konto herzustellen. Dieser von einigen als unbotmäßige Bevormundung empfundene Zwang, sich bei Google anzumelden, um ein Android-Handy zu nutzen, wurde bereits des öfteren in der Community kontrovers diskutiert. Ich persönlich empfinde das als eher praktisch, da die über das Google-Konto erreichbaren Tools und produktiven Helferlein schon seit längerem in meinem beruflichen Alltag eine bedeutende Rolle spielen. Zudem ist durch die Anmeldung bei Google eine einfache Synchronisation der Daten in die “Cloud”, also internetbasierten Speicher, gegeben – was mir den Umgang mit Kalendern, Terminen, Kontakten, Dokumenten etc. auf mehreren Computern und anderen Clients erheblich vereinfacht. Im Vergleich zum MobileMe-Service von Apple, das mit € 79 per annum zu Buche schlägt, ist das Google-Konto immerhin kostenlos.

Die Synchronisation meiner Daten erfolgt in aller Regel für mich nicht wahrnehmbar im Hintergrund, die Häufigkeit des Abrufs etwa von E-Mails lässt sich in den Einstellungen feintunen.

Das Galaxy Tab begrüßte mich mit fünf Seiten Home-Screen, wobei auf dem ersten Screen die vermeintlich wichtigsten Programme als Shortcuts, eine Analoguhr und ein Task-Manager-Widget plaziert waren und die zweite Seite durch ein Daily-Briefing-Widget (Wetter, Nachrichten und Börsenkurse) ausgefüllt war. Der Blick ins Menü offenbarte 35 vorinstallierte sichtbare Anwendungen.

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