Galaxy Tab im Praxistest – Teil 1

posted November 11th, 2010 by ehrenstein

Das Display des Galaxy Tab

Dies führt gleich zu einem der wichtigsten Punkte bei der Betrachtung des Galaxy Tab: das 7-Zoll-Display. Anders als das Galaxy S verfügt das Galaxy Tab über einen TFT-Screen statt eines AMOLED-Displays. Es kommt daher in puncto Brillianz nicht an das Galaxy S heran, bietet aber dennoch ausgewogenen Kontrast. Das reflektierende Displayglas erinnert mit seinem bis zum Gehäuserand verlaufenden schwarzen Rand an die erste Generation der Unibody-MacBookPros, und wer sich schon bei diesen über das reflektierende Display beschwert hat, wird dies beim Galaxy Tab ebenso zu bemängeln wissen. Da das Galaxy Tab bei mir auch in Aufnahmen für Tutorials und andere Videos zum Einsatz kommt, habe ich es mit einer anti-reflektierenden Folie versehen, die das Displayglas zudem vor Beschädigung schützt. Displaypuristen werden bemängeln, dass dabei etwas an Präzision und Strahlkraft der Pixel verlorengeht, was in den allermeisten Fällen, sprich im praxisnahen Einsatz, nicht ins Gewicht fällt.

Das Display ist mit seiner Auflösung von 1024 x 600 Pixeln großzügig genug dimensioniert, dass die Anwendungen nicht gedrängt wirken. Hinzu kommt, dass das Galaxy Tab eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Dichte und Auflösung an den Tag legt: wenngleich Android-Anwendungen (nativ oder z.B. Flash-Plattform) vom Galaxy Tab eine Dichte (density) von 240 (Pixel pro Zoll) gemeldet bekommt, ist die tatsächliche Pixeldichte 168 dpi – mit dem Effekt, dass die Symbole, Icons und andere UI-Elemente mehr als 40% größer erscheinen als bei Displays, die eine tatsächliche Dichte von 240 aufweisen. Das mag für viele widersinnig wirken, und man mag argumentieren, dass man so den wertvollen vergrößerten Bildschirmplatz des Tabletts verschenkt, im Praxiseinsatz jedoch wirkte sich diese Vergrößerung der UI-Element überaus positiv aus. Musste ich beim iPhone noch das Gerät recht nah in die Nähe des Gesichts bringen und möglichst präzise Steuerungsbewegungen und -gesten ausführen, ist das Galaxy Tab auch mit ausgestrecktem Arm und bei unruhiger Umgebung – etwa beim  Autofahren, wenn das Galaxy Tab im Bereich des Armaturenbretts montiert ist – bequem und entspannt bedienbar.

Das Betriebssystem des Galaxy Tab reagiert auf Touch-Gesten zügig und mit geringer Verzögerung, User-Experience-Puristen werden aber dennoch eine gewisse Verzögerung bei der Umsetzung von Wischbewegung bemängeln, die (anders als iOS-Devices, wie mir erfahrenere iPad-Benutzer versicherten) verdeutlichen, dass nicht der bedienende Mensch, sondern das Betriebssystem die Ausführung der Gesten steuert. Wem das zu hoch ist, dem sei versichert: mir auch. Für mich persönlich ist eine gewisse, im Hunderstelsekundenbereich liegende Latenz bei der Reaktion auf Touch-Gesten akzeptabel und stört mich im alltäglichen Einsatz so wenig, dass sie mir ohne einen dezidierten Hinweis wahrscheinlich nicht aufgefallen wäre.

In Kürze: das Galaxy Tab im täglichen Einsatz

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